Anzeige
18. Dezember 2017
Kontakt Impressum  
 

Ausgesuchte Osteologie-Links:

 

DGN.de

 

journalMED.de

 

Netzwerk-
Osteoporose.de

 

Osteoporose.com

 

Osteoporose-
Deutschland.de

 

Wikipedia.de

 

Multiple Sklerose: Neue Therapieoptionen fließen in aktualisierte Leitlinien ein

Die Therapieoptionen bei Multipler Sklerose (MS) haben sich erweitert. „Wir erwarten noch in diesem Jahr die Zulassung des ersten Medikaments, das die Progression der schleichenden MS verzögern kann. Außerdem stehen neue Alternativen zu den bereits verfügbaren Medikamenten zur Verfügung“, berichtet Professor Bernhard Hemmer, Direktor der Neurologie am Klinikum rechts der Isar der TU München. Der Vorstand des Krankheitsbezogenen Kompetenznetzes Multiple Sklerose (KKNMS) gab einen Ausblick auf die neue MS-Leitlinie, an deren Aktualisierung DGN und KKNMS derzeit arbeiten.
Die Fertigstellung der Leitlinie wird für 2018 erwartet.

Seit der letzten Aktualisierung der Leitlinie „Diagnose und Therapie der Multiplen Sklerose“ im August 2014 hat die internationale MS-Forschung viele neue Erkenntnisse hervorgebracht. Vor diesem Hintergrund arbeiten die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) und das Krankheitsbezogene Kompetenznetz Multiple Sklerose (KKNMS) derzeit an einer Aktualisierung, die neueste Diagnose- und Behandlungsstandards praxisgerecht abbildet.

Neuzulassungen erweitern das therapeutische Spektrum:
Im Sommer dieses Jahres wurde der Wirkstoff Cladribin (Handelsname Mavenclad®, Hersteller Merck) zur Behandlung der schubförmigen Multiplen Sklerose in Europa zugelassen. Cladribin, ein oral verabreichtes Medikament mit Langzeitwirkung, zeigte hinsichtlich der Schubaktivität und Behinderungsprogression eine Überlegenheit gegenüber Placebo. „In Anbetracht des inzwischen als gut eingestuften Risiko-Nutzen-Verhältnisses stellt die Substanz eine Alternative zu den aktuell verfügbaren Medikamenten dar“, kommentiert Professor Hemmer.
Voraussichtlich ebenfalls noch 2017 soll Ocrelizumab (Ocrevus®, Firma Roche) in Deutschland auf den Markt kommen. Ocrelizumab ist ein gegen B-Lymphozyten gerichteter monoklonaler Antikörper (Anti-CD20) und eine Variante des Krebs- und Rheumamedikaments Rituximab. In den USA wurde die Substanz bereits zur Behandlung der schubförmigen und primär progredienten MS zugelassen. Bei der schubförmigen MS zeigte sich Ocrelizumab in den Zulassungsstudien einer Therapie mit Interferon-beta überlegen. Außerdem hat die Substanz als erstes Medikament eine Wirksamkeit bei jüngeren Patienten mit primär progredienter MS nachweisen können. Die Wirksamkeit dieser auf B-Zellen gerichteten Therapiestrategie spiegelt sich auch in Phase-II-Studien und der Off-Label-Alltagserfahrung mit der Vorgängersubstanz Rituximab wider.

Immuntherapeutika: Sicherheitsmaßnahmen wegen Nebenwirkungen unverzichtbar:
Mit der Entwicklung neuer Immuntherapeutika stehen MS-Patienten wirksame Behandlungsmöglichkeiten zur Eindämmung von Entzündungsreaktionen im Zentralen Nervensystem zur Verfügung. „Der Fortschritt für die Behandlung wird jedoch mit einem Risiko schwerer Nebenwirkungen erkauft“, erklärt Professor Hemmer. Immuntherapeutika können aufgrund ihres speziellen Wirkmechanismus zu schweren Infektionen führen, die zwar selten auftreten, aber tödlich verlaufen können. In jüngster Vergangenheit wurde von mehreren Fällen im Zusammenhang mit Immuntherapeutika wie Alemtuzumab, Natalizumab oder zuletzt Daclizumab berichtet. Durch ein sorgfältiges Sicherheitsmonitoring sind viele dieser Nebenwirkungen vermeidbar oder können frühzeitig erfolgreich behandelt werden. Das KKNMS weist daher in einer aktuellen Stellungnahme erneut auf die Wichtigkeit einer sorgfältigen Indikationsstellung, engmaschiger Überwachung und der konsequenten Einhaltung von Sicherheitsmaßnahmen während der Behandlung sowie bei Therapieumstellung hin.

Neuauflage des „Qualitätshandbuchs Multiple Sklerose“ erschienen:
Um behandelnde Ärzte umfassend über mögliche Risiken von MS-Therapeutika und erforderliche Monitoring- und Sicherheitsmaßnahmen zu informieren, veröffentlicht das KKNMS jährlich zusammen mit der DGN, dem Berufsverband Deutscher Neurologen (BDN), dem Berufsverband Deutscher Nervenärzte (BVDN) und dem Ärztlichen Beirat der Patientenorganisation Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) das „Qualitätshandbuch Multiple Sklerose“ mit unabhängigen Therapieempfehlungen. Die neue Auflage 2017 ist am 19. September 2017 erschienen. Sie ist auf der Webseite des KKNMS (www.kompetenznetz-multiplesklerose.de) online verfügbar.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V.(DGN)

zurück zur Startseite
zurück zu den News